Dank eines Tweets der mir in meine Timeline gespült wurde und dem sich abzeichnenden frühsommerlichen Wetter am Ostersonntag, kam es zu einer Solo-Tour auf dem inneren grünen Ring rund um Leipzig. Auf etwa 65 km umrundet man Leipzig und hat somit die Möglichkeit das Umland und die Kulturlandschaft der Leipziger Region zu „erfahren“.

Download file: innerer-grüner-ring-leipzig.gpx

  • Distanz: etwa 65 Kilometer (mit Hin- und Rückweg zum Ring etwas mehr)
  • Route: Gundorf/Burghausen – Wahren – Wiederitzsch – Thekla – Engelsdorf – Baalsdorf – Holzhausen – Liebertwolkwitz – Wachau – Markkleeberg-Ost – Markkleeberg-West – Knauthain/Hartmannsdorf – Rehbach/Knautnaundorf – Lausen – Miltitz – Gundorf/Burghausen

Eins vorweg: es empfiehlt sich ein Navigationsgerät mit einem aktuellen Track des inneren grünen Rings oder mindestens eine Karte mitzuführen. Die Beschilderung ist nicht in jedem Fall zuverlässig und oft auch gar nicht vorhanden.

Es dauert bis ich alles zusammengepackt in meiner Ortlieb-Tasche habe. Es ist schon 10:30 Uhr nachdem ich noch schnell einen mediterranen Nudelsalat für das Picknick unterwegs gemacht, das GPS-Gerät mit einem Track bespielt, die Wasserflasche befüllt, mich mit Sonnenmilch eingecremt und Werk- und Flickzeug zurecht gelegt habe.

Ich verlasse die Stadt Richtung Nord-Westen und erreiche den inneren grünen Ring über den Elster-Saale-Kanal im Ortsteil Burghausen. Der 1933 begonnene Kanalbau sollte ursprünglich Leipzig über Saale und Elbe an die Nordsee anbinden, wurde aber 1943 wieder eingestellt.

der innere grüne Ring kurz vor dem Schlosspark Lützschena
der innere grüne Ring kurz vor dem Schlosspark Lützschena

Über die Burgaue fahre ich weiter Richtung Westen und erreiche die Luppe. Den kurzen Abstecher zum wirklich schönen Schlosspark Lützschena spare ich mir, möchte aber die für Familien mit Kindern wirklich empfehlenswerte Auwaldstation nicht unerwähnt lassen. Auch wenn das Angebot der Auwaldstation auf Grund der aktuellen Coronavirus-Situation stark eingeschränkt ist, kann man z.B. mit der Auwald-Erlebispfad-App den dortigen Naturraum erkunden.

der innere grüne Ring bei Lindenthal
der innere grüne Ring bei Lindenthal

Am Auensee fahre ich Richtung Waren und Wiederitzsch und erreiche schließlich das Gelände der neuen Messe Leipzig. Das ist nicht minder beeindruckend, reizt mich aber nicht sonderlich, da es den Charme eines Gewerbegebietes versprüht.

Neue Messe Leipzig
Neue Messe Leipzig

Später erreiche ich Thekla und überquere dort die Parthe. Zu DDR-Zeiten durch die Industrie stark verschmutzt wird auch dieses kleine Flüsschen mittlerweile von der etwa 50 km langen Parthe-Mulde-Radroute begleitet, die Leipzig und Grimma miteinander verbindet.

Leipzig Thekla | Parthebrücke
Leipzig Thekla | Parthebrücke

Ich fahre Richtung Heiterblick an der Wodanstraße vorbei und erinnere mich, dass ich zuletzt im Jahr 2000 zur Musterung für den Wehrdienst hier war. Erinnerungen an meine lange zurückliegende Zivildienstzeit in der Nephrologie des Universitätsklinikums werden wach. Kurz vor Heiterblick suche ich mir in der Torgauer Straße eine Tankstelle, besorge mir ein „Belohnungsbier“ und freue mich schon auf das kommende kleine Picknick.

Beschilderung des inneren grünen Rings
Beschilderung des inneren grünen Rings

Die Fahrt durch Heiterblick und Sommerfeld ist weniger schön, Wohn- in Kombination mit Gewerbegebieten sind leider wenig naturnah. Als ich durch die dörflichen Stadtteile Engelsdorf, Baalsdorf und Holzhausen fahre wird es wieder ländlicher.

In Liebertwolkwitz finde ich eine schöne Stelle um meine lang ersehnte Pause zu machen. Witzigerweise im Park genau gegenüber der Schule in welcher Ragna schon des öfteren Klassenvorspiele ihrer Klavierlehrerin hatte. Es ist ruhig, bis auf ein paar Enten und Gänse ist keiner in diesem Park, man nimmt die Corona-Ausgangsbeschränkungen offenbar sehr ernst.

Mein Pausenplatz an der Geschwister-Scholl-Schule in Liebertwolkwitz
Mein Pausenplatz an der Geschwister-Scholl-Schule in Liebertwolkwitz

Gut gestärkt von Bier und Nudelsalat breche ich Richtung Wachau auf. Der kleine Ort ist besonders durch seine Kirchruine und die darin stattfindenden kulturellen Veranstaltungen bekannt. Auch ich hatte mit amici musicae schon viele, schöne sommerliche Open-Air-Aufführungen in der beeindruckenden Ruine.

Mein Weg führt mich weiter durch das wohlsituierte Markkleeberg, vorbei am Waldsee Lauer, hin zum Cospudener See. Der Publikumsverkehr nimmt, rund um das beliebte, aus einem Tagebaurestloch entstandene Ausflugsziel stark zu.

Cospudener See
Cospudener See

Weiter geht es durch Knauthain, Albersdorf und Göhrenz Richtung Kulkwitzer See. Meine alte Heimat, in Grünau bin ich aufgewachsen und habe viele Sommer an und in diesem See verbracht. Durch seine herrvorragende Wasserqualität ist der Kulkwitzer See – von den Leipziger liebevoll „Kulki“ genannt – eines der bedeutensten Tauchgewässer Europas.

Kulkwitzer See
Kulkwitzer See

Ich passiere Grünau-Nord und komme in Burghausen wieder an dem Punkt raus an dem meine „kleine Runde“ am Vormittag startete. Alles in allem eine schöne Runde, die mir mal wieder gezeigt hat, welch schönes Umland Leipzig zu bieten hat. Einzig die Regionen im Nord-Osten sind nicht unbedingt sehenswert, dafür ist es im Süden umso schöner. Wie schon Eingangs erwähnt gibt es einen kleinen Wehrmutstropfen: die Beschilderung ist nicht immer zuverlässig.

Kommentiere den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here