Ein Wochenende an der Saale

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Saaletal bei Bad Kösen

Der Wetterbericht versprach das erste schöne, frühsommerliche Wochenende nach Ostern – es bot sich förmlich für eine spontane Kurztour an. Ursprünglich planten wir von Jena entlang des Saale- und des Elster-Saale-Radwanderweges nach Leipzig zu fahren. Weil wir aber am ersten Tag nicht rechtzeitig loskamen, plante ich die Tour spontan andersrum. Wir fuhren also direkt von der Haustür los und kamen letztendlich auch „nur“ bis Dornburg (Saale) (ca. 20 km vor Jena). Aber egal, Hauptsache raus, Zelten und Fahrradfahren.

  • Reisezeit: April 2018, 2 Tage
  • Distanz: etwa 80 Kilometer
  • Abreise: von Dornburg aus mit der Regionalbahn nach Leipzig
  • Route: Leipzig – Lützen – Weißenfels – Naumburg – Bad Kösen – Dornburg

Saale-Radweg – vom Fichtelgebirge zur Elbe (Bikeline), ISBN-10: 978-3-85000-472-5 (amazon)

Kulkwitzer See

Da wir im Leipziger Westen leben erreichen wir in Grünau schnell die Stadtgrenze und fahren auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke (von Leipzig-Plagwitz nach Rippach/Pörsten) Richtung Lützen. Wie man es von einem klassischen Bahndamm-Radweg erwarten kann, führt uns der Weg fast schnurgerade und ohne nennenswerte Steigungen nach Lützen.

tierische Begegnungen bei Rippach

Weiter geht es vorbei an Röcken, Rippach und kleinen verschlafenen Dörfern bis an die Saale nach Weißenfels. Dort machen wir eine Picknickpause und fahren weiter zu unserem heutigen Ziel – den Kanurastplatz in Leissling.

Oeblitzschleuse
Hollywood-Schaukel an der Oeblitzschleuse

Trotz unseres mitgeführten Wassersackes habe ich aber nicht an Trinkwasser gedacht. Die einzige Gaststätte in Leissling hat geschlossen, ein Friedhof ist nicht in Sicht und auch sonst gibt es keine Wasserstelle mit Trinkwasser.

Also heißt es noch 15 Kilometer weiterfahren bis zum nächsten Zeltplatz. Der Campingplatz am Blütengrund befindet sich auf der Höhe von Naumburg. Auf dem Tacho stehen somit reichlich 50 Kilometer und ich bin reichlich stolz auf mein „Radmädchen“. Immerhin hat Ragna, bis auf ein paar kleine Straßenpassagen im FollowMe, die Strecke selbst gemeistert. Nach dem Essen in der gut besuchten Henne geht die Sonne unter und es wird kühl. Schnell verkriechen wir uns in unsere Schlafsäcke. Die Nacht soll kalt werden.

Rauhreif auf unserem Zelt

Am nächsten Morgen wachen wir leicht fröstelnd auf, das Zelt ist mit einer dünnen Raureifschicht bedeckt (ein nachträglicher Blick auf den Wetterbericht zeigt, es waren etwa 1,4°C in der Nacht). Das Frühstück samt Kaffee und Tee wärmt uns auf.

Campingplatz am Blütengrund
ein aufsteigender Heißluftballon am Campingplatz am Blütengrund

An diesem Morgen lassen wir uns mit dem Zusammenpacken Zeit, das Zelt muss noch trocknen. Wir fahren weiter nach Bad Kösen und kommen an diesem Tag auch nicht weiter. Es ist erst Mittag als wir uns entscheiden auf dem Zeltplatz, direkt unterhalb der Rudelsburg, die Heringe ins Gras zu schlagen. Nachdem das Zelt steht wandern wir zur Rudelsburg und essen im Burginnenhof Mittag.

Saaletal bei Bad Kösen

Wir besteigen noch schnell den Burgfried und schon geht es wieder ins Tal zum Campingplatz wo wir den Nachmittag genießen.

Campingplatz Bad Kösen

Ragna freundet sich mit einem gleichaltrigen Mädchen, Mia, an und die beiden erkunden gemeinsam den Campingplatz und spielen bis es dunkel wird. Die Nacht wird Gott sei Dank längst nicht so kalt wie die letzte.

unser beleuchtetes Zelt in der Dämmerung auf dem Campingplatz Bad Kösen

Am nächsten Morgen lassen wir’s ruhig angehen. Ragna möchte noch ein wenig mit Mia spielen und so kommen wir erst gegen 11 Uhr los. Ob wir heute bis nach Jena kommen lasse ich offen. Wir kommen nach Thüringen – die Zahl der Anstiege nimmt spürbar zu, aber damit auch die Zahl der Abfahrten (sehr zur Freude von Ragna). Am Saalerastplatz Döbritschen machen wir Mittagspause. Übrigens ein empfehlenswerter Campingplatz und Ausgangspunkt für Kanutouren auf der Saale. In Dornburg entscheide ich, auf Grund der fortgeschrittenen Zeit, dass wir den nächsten Zug nach Leipzig nehmen. Trotz einer Verspätung von 30 Minuten erreichen wir am Nachmittag Leipzig und freuen uns auf die Nacht im heimischen Bett.

Saaletal bei Bad Kösen

Trotz vieler spontaner Änderungen war dies eine gelunge Tour, die wir – gerade nach diesem bisher kalten Frühjahr – sehr genießen konnten. Einen Ausflug zum  windungsreichen und lieblichen Unterlauf der Saale kann ich nur jedem ans Herz legen.

2 KOMMENTARE

  1. Sehr sehr schön. Kompliment an die 6-jährige! Da bekomme ich tatsächlich Lust mal wieder Richtung Saale-Unstrut Tal zu rollen.
    Grüße aus der Hood. (wir wohnen anscheinend nur ein paar hundert Meter auseinander 😉 )

    • Das Saale-Unstrut-Tal kann man nur empfehlen. Wir sind da regelmäßig unterwegs und gerade jetzt wo die Natur erwacht, ist es ein Hochgenuss. 🙂

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