Auf unseren Radreisen übernachten wir normalerweise im Zelt, das ist für uns als Großstädter eigentlich schon „ungewöhnlich“ genug. Manchmal gibt es aber besondere, einzigartige, bisweilen auch kuriose Unterkünfte, von denen wir euch heute erzählen wollen.

1Baum-Bett

Ein Baumbett ist eine von von unzähligen Möglichkeiten, in der geheimen Welt von Turisede (ehemals Kulturinsel Einsiedel) zu übernachten. Die Übernachtung in diesem außergewöhnlichen Abenteuerfreizeitpark war der Auftakt zu unserer Oder-Neiße-Tour in 2014.

Mehr Natur geht nicht … das Baumbett

Die Baumbetten befinden sich auf einer Holzkonstruktion in etwa 10m Höhe. Dort gibt es eine runde Liegefäche, die Platz für etwa 2 Erwachsene und 1 Kind bietet (es gibt auch größere Baumbetten). Toiletten waren zur Zeit unseres Besuches noch separat, mittlerweile gibt es einige Baumhäuser mit Toiletten, Duschen befinden sich in unmittelbarer Nähe. Eine Übernachtung in Turisede ist nicht ganz preiswert, ist aber jeden Cent wert. Im Preis inbegriffen ist der Eintritt in den Park, ein üppiges Frühstück im urigen Baumstammlokal und ein Mitternachtsabenteuer (eine Art mitternächtliche Schnitzeljagd).

Schon der Park allein ist selbst ohne Übernachtung einen Besuch wert. Der Holzgestalter Jürgen Bergmann hat hier nicht den üblichen „grell-bunt-lauten“ Stil typischer Freizartparks kopiert, sondern eine ganz eigene, fantasievolle Welt aus Holz geschaffen. Kinder wie Erwachsene können abenteuerliche Konstruktionen entdecken, Metalröhren in schwindelerregender Höhe durchkriechen und unterirdische Labyrinthe erkunden.

Wer schon immer mal in einem Abenteuerpark übernachten wollte und seinen Kindern mehr als die allgegenwärtige grell-bunte Kinderunterhaltung bieten möchte, wird sich in der geheimen Welt von Turisede pudelwohl fühlen.

zur geheimen Welt von Turisede

2Heuhotel

Schlafen für Heuromantiker

Zu unserer ersten Nacht im Heu kamen wir, als uns der Elberadweg im Sommer 2018 an der kleinen Stadt Barby entlangführte. Hier bietet die Augustusgabe Barby: Hotel und Restaurant „Schlafen für Heuromantiker“ an. Das umgebaute Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert liegt wunderbar grün und idyllisch und besitzt einen großen Bauernhof mit etlichen Tieren. Ragna war allein schon davon begeistert und verbrachte jede freie Minute bei den Eseln, Pferden und Ziegen.

Das Heuhotel befindet sich in einer alten Bauernscheune in der Heudiele. Die Schlafplätze im Heu befinden sich also direkt unter dem Dach, diese hatten wir während unserer Übernachtung sogar für uns allein. Bei einer Übernachtung im Heu empfiehlt sich, auch im Sommer, wenigstens ein leichter Schlafsack. Nicht weil einem kalt werden könnte, aber ohne Schlafsack piekst es doch gewaltig. 🙂 Wir hatten unsere Schlafsäcke ohnehin mit dabei, weil wir mit kompletter Campingausrüstung und unseren Rädern bereits 2 Wochen unterwegs waren.

Der heiße Sommer wurde uns da oben unterm Dach allerdings zum Verhängnis. Es war selbst Nachts noch unerträglich warm. Ragna störte das nicht, sie schlief ohne Probleme, ich jedoch hatte einige Probleme zur Ruhe zu finden. Nichtsdestotrotz war diese Nacht, umgeben von frischem, duftendem Heu ein schönes Erlebnis.

Am nächsten Morgen konnten wir nach einem ausgiebigen Frühstück gut ausgeruht und gestärkt weiterfahren. Ach so, eine Nacht kostet EUR 22, Kinder zahlen EUR 15, jeweils mit Frühstück.

zur Augustusgabe Bary

3Wettersteinhütte

die Wettersteinhütte

Die letzte ungewöhnliche Übernachtung nutzen wir ausnahmsweise mal nicht auf einer unserer vielen Radreisen. Ja, wir sind ab und zu auch ohne Fahrrad unterwegs. 😉

Jedes Jahr im Winter zieht es uns nun schon seit 4 Jahren ins schöne Leutasch-Tal in Tirol, im Karwendel-Gebirge. In 2018 bekamen wir von meiner Mutter eine Hüttenübernachtung in der Wettersteinhütte geschenkt.

Ausgerüstet mit Schlitten, Rucksack, Schlafzeug und Schlafsack ging es damals von 1200m in 5,5km auf 1700m. Die damals 6-Jährige, sowie meine 70-jährige Mutter bewältigten diese Strecke mit Bravour. Für den kurzen aber bisweilen steilen Aufstieg sollte man genügend Zeit für Pausen einplanen.

Oben angekommen gabs neben einen grandiosen Ausblick für die „kleine Bergziege“ eine große Portion Kaiserschmarrn und für uns die typischen Tiroler Knödel. Die sonnenverwöhnte Terrasse und die wirklich gute Küche der Hüttenwirte Beate und Hans ließen uns die bewältigten Höhenmeter ganz schnell vergessen. Ragna ist total begeistert von der Hüttenhündin Luna, die ausdauernd mit ihr im Schnee spielt.

Die Wettersteinhütte hat 35 Schlafplätze mit WC und Waschmöglichkeit. Das WC ist aber komplett unbeheizt, d.h. man sollte sich auf spartanische „Katzenwäsche“ einstellen. Die Schlafplätze liegen direkt unter dem Dach der Hütte und bestehen aus einem größeren Schlafsaal und einem Raum mit mehreren Zweier-Schlafnieschen. Ein Hüttenschlafsack wird empfohlen.

Ich teilte mir mit Ragna eine der gemütlichen Schlafnieschen, wir schlafen gut und schnell ein. Am nächsten Morgen wache ich früh auf und habe so die Gelegenheit einen grandiosen Sonnenaufgang mit Blick auf das wolkenverhangene Leutaschtal zu erleben. Herrlich! Ein einfaches aber gutes Frühstück gehört übrigens zu jeder Hüttenübernachtung mit dazu.

zur Wettersteinhütte

Übrigens: mit diesem Beitrag nehmen wir an unserer ersten Blogparade außergewöhnliche Unterkünfte von Mit Kind im Rucksack teil.

Wo würdet ihr gerne mal übernachten? Ich für meinen Teil würde gerne mal in einem Iglu, auf einem Schiff und direkt unter freiem Himmel übernachten.

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